Reifen

 

Da kam richtig was ins rollen...

 

Prolog

Mittwochmorgen, 03. August 2022. Das Bundeslager läuft seit einer knappen Woche. Ein Anruf geht am VK-Tresen (Infopunkt des Lagers) ein. Am Telefon ist ein Teilnehmer, der gerade mit seinem Auto den etwa 1 Kilometer entfernten Parkplatz verlassen wollte. Er musste feststellen, dass seine Reifen aufgestochen wurden. Ein Blick über den Parkplatz zeigte ihm: Dies betraf nicht nur sein Auto, sondern viele weitere.

Das Drama beginnt

Kurzerhand inspizieren wir alle Autos auf dem Parkplatz und müssen feststellen: 92 Fahrzeuge sind betroffen! Die Polizei wird alarmiert und beginnt mit den Ermittlungen. Auf dem Lager werden derweil die betroffenen Autohalter*innen über die entstandenen Schäden informiert. Das große Problem: Schon vier Tage später soll das Lager enden.

Der Held betritt die Bühne

Zur gleichen Zeit, irgendwo in Westercelle: Stefan Schmidt, der örtliche Brandmeister und Besitzer einer Autowerkstatt, liest mit Bestürzung die Kurzmeldung der Polizei. “Wie kann so etwas in Celle passieren?”. Noch im selben Moment klingelt sein Telefon. Am Apparat Frau Fündeling, Bürgermeisterin von Westercelle. Sie informiert Stefan aus erster Hand über die Ereignisse und bittet ihn, beim Lager vorbeizuschauen. Ein paar Minuten später steht Stefan schon auf dem Parkplatz.

Von der Erkenntnis zum Handeln

Von da an geht alles ganz schnell: Auf dem Parkplatz wird große Bestandsaufnahme der Schäden und Reifenmodelle gemacht, ein Spenden- und Helfer*innenaufruf wird gestartet und mit etlichen Versicherungen telefoniert. Auf dem Lager gibt es „Reifentreffs“, bei denen die Auto-Halter*innen über die weiteren Schritte informiert werden. Zeitgleich bestellt Stefan im großen Stil die benötigten Reifen mit Eilzustellung direkt von Herstellern. Außerdem organisiert er viele weitere Helfer*innen aus Celle und Umgebung. Die ersten Autos werden bereits am Donnerstag repariert.

Es kommt ins Rollen

Freitag, 05. August ist es dann soweit: Gut zwei Tage nach dem Anschlag stehen ca. 70 Helferinnen und Helfer von THW, DLRG, Feuerwehr, mehreren Celler Autohäusern und Privatpersonen zusammen mit Pfadfinder*innen auf dem Parkplatz. Stefan teilt Teams ein, Autos werden aufgebockt, kaputte Reifen entfernt, neue Reifen aufgezogen, Radmuttern nachgezogen. Am Ende des Tages sind 90 % der Autos repariert und werden auf einen sicheren Parkplatz am Lager gefahren. Was für eine Wahnsinnsleistung!

Epilog

Nur vier Tage nach dem Anschlag können tatsächlich fast alle betroffenen Personen in ihre Autos steigen und pünktlich mit allem Zeltmaterial und Anhängern die Heimreise antreten. Was am Mittwochmittag noch völlig undenkbar schien, endete Sonntag schließlich in einem “happy end”. Durch den Spendenaufruf, den dankenswerterweise sehr viele Personen und Organisationen geteilt haben, sind über 30.000 € zusammengekommen. Mit dieser Summe können alle entstandenen Materialausgaben gedeckt werden. Die Ermittlungen der Polizei führten bis heute noch nicht zu dem/den Täter*innen.

Danke!

Uns bleibt an dieser Stelle nur Danke zu sagen.

Danke an alle Helfer*innen, die beim Wechsel der Reifen geholfen haben. Durch euren ehrenamtlichen Einsatz haben wir den Parkplatz in Westercelle in die wahrscheinlich größte Open Air Autowerkstatt Deutschlands verwandelt. Und noch wichtiger: 1400 Pfadfinderinnen und Pfadfinder konnten ihr Bundeslager unbeschwert beenden. Dank euch werden wir Celle in guter Erinnerung behalten!

Wir möchten uns bedanken bei:

Alfons Schmidt Automobile 

ATSW Watlingen

Autohaus Mahenke

Autoservice Herbst

DLRG Celle

Freiwillige Feuerwehr Goldbeck

Freiwillige Feuerwehr Hauptwache Celle

Freiwillige Feuerwehr Westercelle

Albach KLM GmbH 

Johannes Hoff Schlachterei

Abschleppdienst Jordan GmbH

Reifen Külshammer

Premio Bolz GmbH

Kfz-Meisterbetrieb Thomas Hapke

THW Celle

PIRELLI DEUTSCHLAND GmbH

Ein besonderer Dank gilt Stefan Schmidt. Seinem Organisationstalent, Fachwissen, Kontakten und Engagement ist es zu verdanken, dass die Autos in den wenigen Tagen wieder fahrbereit waren.

Ganz herzlich möchten wir uns auch bei allen Spenderinnen und Spendern bedanken, die es uns ermöglicht haben, dass die Autohalter*innen und ehrenamtlichen Helfer*innen nicht auf den entstandenen Kosten sitzen bleiben mussten, und so das Lager in positiver Erinnerung behalten können.

Herzlichen Dank an euch alle!